Bewertungskriterien

Die theoretische Prüfung besteht aus zwei Teilen:

  • Allgemeiner Teil (Grundstoff)
  • Klassenspezifischer Teil (Zusatzstoff)

Die Fragen im Prüfungsbogen haben fest definierte Fehler-Wertigkeiten (2 bis 5 Fehlerpunkte).

Die nachfolgenden Tabellen zeigen, wie  hoch die Anzahl der Fehlerpunkte sein darf, damit die Prüfung als „bestanden“ gilt.

Ersterwerb

KlasseZahl der FragenSumme der PunkteZulässige Fehlerpunkte
AM3011010*
A13011010*
A23011010*
A3011010*
B3011010*
L3011010*
T3011010*
Mofa20697
*es sei denn 2 Fragen mit der Wertigkeit 5 wurden falsch beantwortet

Die Klassen C, C1, CE, D und D1 können im Ersterwerb nicht separat erworben werden, weil diese Klassen den Besitz von Klasse B voraussetzen. Selbstverständlich ist es möglich, diese Klassen gleichzeitig mit Klasse B in einem Termin zu erwerben.

Erweiterung

KlasseZahl der FragenSumme der PunkteZulässige Fehlerpunkte
AM20726*
A120726*
A220726*
A20726*
B20726*
L20726*
T20726*
C13010510*
C3712810*
CE3010510*
D13512110*
D4013810*
*es sei denn 2 Fragen mit der Wertigkeit 5 wurden falsch beantwortet

Bei den Klassen C, C1, CE, D und D1, die zum Erwerb die Klasse B voraussetzen, die aber auch in einem Termin mit Klasse B abgelegt werden können, erhöhen sich die zulässigen Fehlerpunkte von 10 auf 13.

Legt man gleichzeitig die theoretische Prüfung für mehrere Führerscheinklassen ab, wird der Grundstoff nur einmal geprüft.
Grundstoff und Zusatzstoff werden immer gemeinsam bewertet.

Die theoretische Prüfung für die Klassen A und B z.B. im Ersterwerb sieht demnach folgendermaßen aus:

 

Grundstoff (Ersterwerb) mit 20 Fragen

+ Zusatzstoff Klasse A mit 10 Fragen

+ Zusatzstoff Klasse B mit 10 Fragen

 

Um die Prüfung zu bestehen, darf die Fehlerzahl aus Grundstoff und Zusatzstoff für die jeweilige Klasse nicht mehr als 10 Fehlerpunkte betragen.

Achtung: Werden allerdings zwei Fragen mit der Wertigkeit 5 falsch beantwortet, so ist die Prüfung nicht bestanden.


Ein Rechenbeispiel:

Ein Fahrschüler hat noch keinen Führerschein und möchte an einem Tag die theoretische Prüfung für die Führerscheinklassen A und B ablegen. Er erhält vom Prüfer den Bogen für den Grundstoff, die klassenspezifischen Fragen der Klasse B und zusätzlich einen Bogen mit den klassenspezifischen Fragen für die Klasse A.

Der Fahrschüler bekommt nach der Prüfung folgendes Ergebnis:

Grundstoff 5 Fehlerpunkte

Zusatzstoff A 7 Fehlerpunkte

Zusatzstoff B 3 Fehlerpunkte

Das führt zu folgenden Konsequenzen:

Führerscheinklasse A durchgefallen (5+7=12 Fehlerpunkte)

Führerscheinklasse B bestanden (5+3=8 Fehlerpunkte)

Der Grundstoff wird zwar nur einmal geprüft, das Ergebnis zählt aber für alle Führerscheinklassen (in diesem Fall A und B), die gleichzeitig geprüft werden.

Bei der nächsten Prüfung für die Klasse A wird der Fahrschüler erneut in Grund- und Zusatzstoff geprüft. Er muss also den Bogen für den Grundstoff nochmals ausfüllen, obwohl er in der ersten Prüfung nur 5 Fehlerpunkte hatte. Der Grundstoffbogen enthält in diesem Fall statt 20 nur 10 Fragen, weil die Klasse B bereits in der ersten Prüfung erworben und  bestanden wurde und daher nun als Vorbesitz gilt. Die Klasse A wird in diesem Fall als erweiterte Führerscheinprüfung definiert.

Besonderheiten

Bei der Erweiterung der Klasse A1 auf Klasse A2 oder der Klasse A2 auf Klasse A bedarf es jeweils nur einer praktischen Prüfung, soweit der Bewerber zum Zeitpunkt der Erteilung der erweiterten Fahrerlaubnis A2 oder A seit mindestens zwei Jahren Inhaber der vorherigen Fahrerlaubnis der Klasse A1 oder A2 ist.

Die theoretische Prüfung entfällt auch, wenn man folgende Führerscheinklassen auf die jeweilige Anhängerklasse erweitern möchte:

B auf BE

  • C1 auf C1E
  • D1 auf D1E
  • D auf DE